Terroir
Jeder Wein ist eine Komposition von Boden, Klima, Geologie, Landschaft, Weinlage, Rebsorte und Winzer.
Das Leben im Weinstock gründet sich über die Wurzel aus der Haltekraft, den Nährstoffen, der Wärme und Kälte und dem Wasser im Boden, der gerade in Franken eine reizvolle, bunte Vielfalt aufweist – dunkler Keuper, weißgrauer Muschelkalk, roter Sandstein, schimmerndes Urgestein.
Sonne, Regen, Schnee, Wolken, Nebel, Wind, Hitze und Frost begleiten die Natur im fortwährenden Wandel der Jahreszeiten. Raum, Zeit und Mensch können sich dem Wirken und dem Einfluss des Klimas nicht entziehen.
Wein weckt stets das Bild, das Gesicht, die Form, das Aussehen seiner Herkunft, seiner Heimat und seiner Landschaft – sanft ansteigende Rebhänge, steile, mühsame Rebberge, gemächlich fließende, Wärme strahlende Flüsse, schützender, behütender Wald, anschmiegende Felder und Wiesen, betriebsame Städte, beschauliche Dörfer, eindrucksvolle Häuser. Die Lage bezeichnet das markante Landschaftsgesicht eines Weines.
Die Frucht einer jeden Rebsorte, die Traube, verleiht Reichtum an Formen, Farben, Düften und Aromen. Der Rebstock im Weinberg erscheint dem Betrachter zartzerbrechlich, jugendlich schlank bis verdreht und knorrig im Alter.
Der Winzer kennt, liebt und versteht seine Reben, ihre Umgebung, ihre Stärken und Schwächen. Er darf gestalten, beobachten, planen, pflegen, bewahren, sein handwerkliches Geschick und seine Gefühle einbringen im Weinberg und im Keller. Er gestaltet den Charakter der Komposition und lässt ihn lebendig werden.
Die Qualität der Weine des Staatlichen Hofkellers beruht ganz wesentlich auf der Beschaffenheit der Böden, auf dem die Reben gedeihen. Die Unterschiedlichkeit dieser Böden – Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper – erklärt sich aus den erdgeschichtlichen Epochen, in denen die Kontinente, ihre Flora und ihre Fauna entstanden.
Vor mehr als 250 Millionen Jahren, also noch vor dem Auseinanderdriften der Kontinente, lag das heutige Franken inmitten einer riesigen Senke. Zwischen der nördlichen und der südlichen Landmasse des Urkontinents erstreckte sich ein großes Meer mit Inseln und stark schwankendem Wasserstand. Dieses Meer trat immer wieder über die Ufer und es kam zu Überflutungen. In dieser Zeit wurden jene Gesteine abgelagert,welche die Geologie Mainfrankens heute noch prägen. Diese Periode heißt „Trias“ (Dreiheit, Dreizahl), sie dauerte gut 50 Millionen Jahre.
Lieber Weinfreund, entdecken Sie die vielfältigen Wechselwirkungen und das Ineinandergreifen von Geologie, Boden, Klima, Lage, Rebsorte und Winzer – das Terroir – in unserem Wein.
