Unsere Lagen
Die Geschichte erklärt hinlänglich, warum der Staatliche Hofkeller über Weinberge in ganz Mainfranken verfügt.
Es sind oft die besten Lagen, die nach der Säkularisation aus dem Besitz der Fürstbischöfe, Stifte und Klöster übernommen wurden.
Die Entwicklung der Weinbaubetriebe des Staatlichen Hofkellers ist geprägt durch die Bewahrung geschichtlicher Wurzeln und Werte und die konsequente Ausrichtung auf wirtschaftliche Erfordernisse.
Auf den folgenden Seiten wollen wir Ihnen unsere Lagen vorstellen.
Wir beginnen mit Würzburg und der Nachbargemeinde Randersacker, blicken nach Westen auf die Orte am Mainviereck, nach Osten zum Steigerwald und schließlich auf das nördlich an der Fränkischen Saale liegende Hammelburg.
Würzburger Stein
„Krone des fränkischen Weinbaus“ hat man ihn genannt, den viel besungenen Würzburger Stein. Ein Blick auf das gewaltige Massiv erklärt den Flurnamen von selbst.
Die optimal der Sonne zugewandte Lage zieht sich in ihrer ganzen Breite leicht konkav gebogen den Main entlang und beherrscht das Stadtbild ebenso wie der Festungsberg. Seine Höhe reicht von 210 bis 250 Meter über Normal-Null.
Wie das Ratsprotokoll bereits um 1482 berichtet, klagte Rudolf II. von Scherenberg gegenüber der Stadt, es müssten anständige Wege gebaut werden, weil „der gemeine Mann“ sonst nicht den Weinberg bestellen könne.
Die Entwicklung in der Rebsortenwahl der staatlichen Weinbaubetriebe verdeutlichen die sich wandelnden Gewohnheiten und Vorlieben des Weintrinkers im Laufe der Zeit.
So dominierte noch um 1905 der Rheinische Riesling, den Rebanbau im Stein, weiterhin baute man Grünen Silvaner, Ruländer, Schwarzklävner und Traminer an.
Heute bewirtschaftet der Hofkeller am Stein eine nahezu 30 Hektar umfassende Rebfläche. Die Klassiker Riesling und Silvaner sind heute die Hauptrebsorten. Müller-Thurgau, Rieslaner, Weißer Burgunder, Chardonnay, Albalonga, Traminer und Blauer Spätburgunder runden die Rebsortenpalette ab.
Der über Jahrhunderte anhaltende Erfolg des Steins beruht auf seinem außergewöhnlichen Mikroklima. Der recht steile Kalksteinhang ist geschützt vor Wärme entführenden Westwinden. Sein Boden besteht aus Verwitterungen des Muschelkalks, in den stellenweise Lehm- und Tonschichten eingelagert sind, die optimales Wachstum ermöglichen. Zusätzlich reflektiert die Wasserfläche des Mains im Sommer und Herbst das Sonnenlicht.
Als Folge zeichnen mineralische, rauchige Aromen bei hohem Fruchtpotenzial und strukturierter Dichte den Steinwein aus, dessen elegante, körperreiche Silvaner und Rieslinge zum Besten gehören, was Franken zu bieten hat.
Würzburger Innere Leiste
Die Lage Innere Leiste ist am lang gezogenen sonnigen Südhang der Festung gelegen. Ihr Name rührt von dem Wort “Lehne” her, was früher “gestreckter Hang” bedeutete.
Die Innere Leiste stellt ein markantes Beispiel für den prägenden Einfluss des Terroirs dar. Die tonhaltigen Kalksteine garantieren eine gute Wärmespeicherung der an dieser Stelle äußerst intensiven Sonneneinstrahlung. Unsere in der Inneren Leiste geernteten Weine bestechen durch ihre üppigen, reifen Aromen und ihre zarte Säure.
Der Würzburger Schlossberg
Blickt man von der Alten Mainbrücke an den barokken Statuen der Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan vorbei auf den Festungsberg, so sieht man den sicherlich am meisten fotografierten Weinberg Frankens.
Seine rund 4 Hektar befinden sich im Alleinbesitz unseres Weingutes und sind mit Silvaner, Bacchus und Müller-Thurgau bestockt.
Randersackerer Pfülben
Als „Perle unter den fränkischen Rebgärten“ bezeichnete einst Ernst Hornickel in seinem Standardwerk „Die Spitzenweine Europas“ den Pfülben in Randersacker, das benachbart südlich von Würzburg liegt.
“Pfülben”, leitet sich vom mittelhochdeutschen “Kopfkissen” ab – und genau wie ein prall gefülltes Kopfkissen, im Norden und Süden begrenzt durch steile Seitentäler, schiebt sich der rundliche Berg in das Maintal hinein.
An den steilen, abfallenden Hängen gedeiht auf Muschelkalkmergel unser Riesling mit einzigartigem Charakter.
Viel Charme versprühen unsere weiteren Randersackerer Weinlagen und die dort von uns angebauten Weine. Lebensfroh klingen ihre Namen: Ewig Leben, Teufelskeller, Marsberg und Lämmerberg.
Am Mainviereck:
Dorfprozeltener Predigtstuhl
Der historisch vom Fischer- und Schiffergewerbe geprägte Ort Dorfprozelten liegt im Mainviereck zwischen Kreuzwertheim und Miltenberg.
Der rote Bundsandstein unserer Weinlage “Predigtstuhl” läßt die Rotweinsorten Blauer Spätburgunder, Frühburgunder, St. Laurent, Domina, Portugieser und Dornfelder ausgezeichnet gedeihen.
Großheubacher Bischofsberg
Mit rund 50 Hektar Rebfläche zählt Großheubach zu den größten und bedeutensten Weinbaugemeinden am Untermain.
Unser “kleinster” Weinbaubetrieb mit 3 ha Rebfläche beeindruckt durch seinen schwierigen Terrassenweinbau an eindrucksvollen Buntsandstein-Trockenmauern. Die Trauben des Blauen Spätburgunders reifen hier in einer der von der Sonne bevorzugtesten Weinlagen Frankens alljährlich zu außergewöhnlicher Qualität heran.
Hörsteiner Abtsberg
In der nordwestlichsten Ecke Bayerns, an den Ausläufern des Spessartrückens liegt die alte Weinbaugemeinde Hörstein.
Der Abtshof, zum ehemaligen Benediktinerkloster Seligenstadt gehörend, steht namensgebend für die Weinlage Abtsberg.
Der Urgesteinverwitterungsboden aus Gneis, Glimmerschiefer, Granit und Basalt verleiht unseren Weinen, an erster Stelle Riesling, einen ausdrucksstarken, rassigen Geschmack.
Der Steigerwald:
Abtswinder Altenberg und Handthaler Stollberg
In beiden Weinbergsgemeinden profitieren unsere Reben vom günstigen Klima im Schutz des Steigerwaldes und der Fruchtbarkeit des Keuperbodens.
Aromatische Scheurebe-Weine und würzige Silvaner reizen zum Verkosten unseres “Abtswinder Altenberges”. Markanter Silvaner und anregend frischer Müller-Thurgau trinkt man von unserem “Handtaler Stollberg”.
Iphöfer Julius Echter-Berg
Klein, aber fein! Gerade einmal 0.6 Hektar weist die von uns bewirtschaftete Lage Julius Echter-Berg nahe des malerischen Städtchens Iphofen auf.
Diese verdankt ihren Namen dem Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn, Gründer der Würzburger Universität und des von ihm gespendeten Spitals.
Im Sommer und Herbst strahlt der graubraune Keuperboden enorme Hitze aus – es herrschen optimale klimatische Bedingungen für den Weinbau.
An der Saale:
Hammelburger Trautlestal
Den nördlichen Abschluß des Fränkischen Weinlandes bilden die Südhänge der “Vor”-Rhön. Malerische Weinberge fügen sich still und ruhig in das Landschaftsbild ein.
Durch die älteste urkundliche Weinbauerwähnung im Jahre 777 darf sich Hammelburg als die “Wiege” des fränkischen Weinbaus bezeichnen.
Zehn Hektar Rebflächen können wir im Trautlestal unser Eigen nennen. Unser Silvaner und Müller-Thurgau zeigen sich hier von ihrer fruchtig-frischen Seite.
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